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Nylonstrumpf damals und heute
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Ein Leben ohne Nylonstrümpfe

Make-Up für Beine sollte den Eindruck erwecken, die Frau trage Strümpfe.
Make-Up für Beine sollte den Eindruck erwecken, die Frau trage Strümpfe.
Es war ein Samstag im Jahr 1941. Das neue Wundermaterial Nylon wurde aufgrund der Beteiligung der USA am Zweiten Weltkriegs streng rationiert und wurde unter anderem zur Herstellung von Fallschirmen benötigt. Produkte wie Nylonstrümpfe verschwanden in kurzer Zeit vollständig aus den Kaufhäusern. Frauen, die nicht genügend Nylonstrümpfe in ihrem Schrank gebunkert hatten, mussten mit nackten Beinen auf die Straße gehen. Doch die Frauen wollten um keinen Preis auf die feinen Nylonstrümpfe verzichten und wurden schnell erfinderisch. Die unverwechselbare Naht am Bein, über die echte Nylons verfügten, zogen sich die Frauen mit einem Eyeliner auf das nackte Bein. Weil sich die Linie alleine aber nur sehr schwer gerade auf die Rückseite der Beine zeichnen ließ und nicht immer eine helfende Hand zugegen war, kamen schnell Produkte auf den Markt, die das Zeichnen der Nahtlinie auf das Frauenbein erheblich vereinfachen sollten. Unter anderem brachte das Kosmetikunternehmen Max Factor ein Gerät auf den Markt, mit dem sich ein Stift mit Hilfe einer Führung ganz exakt an der Rückseite der Beine von unten nach oben führen ließ. Wer sich nicht selbst an das Aufmalen der Naht traute, konnte diese Arbeit auch in einer "Leg Make-Up Bar" in den Kaufhäusern professionellen Stylistinnen überlassen.

Aufgemalte Nähte und geschminkte Beine

Während des 2. Weltkriegs nicht zu bekommen: Echte Nylonstrümpfe. (Foto: Antique Rose/CC-BY-3.0)
Während des 2. Weltkriegs nicht zu bekommen: Echte Nylonstrümpfe. (Foto: Antique Rose/CC-BY-3.0)
Die Illusion durch die aufgemalte Naht reichte den meisten Frauen aber nicht. Sie mischten sich zuhause Cremes an, mit denen sich die Beine färben ließen. In Kombination mit der selbst aufgemalten Naht konnte man kaum sagen, ob die Frau echte Nylonstrümpfe oder Make-Up trägt. Die selbst gemischten Cremes hatten jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sie waren nicht wasserfest. Bei Regen lief der aufgemalte Strumpf am Bein runter. Schnell kamen auch hier Unternehmen mit Produkten zum Schminken der Beine auf den Markt, die sowohl wasserfest als auch in verschiedenen Farbtönen erhältlich waren. In Kaufhäusern gab es die Möglichkeit, sich bequem und ganz ohne Stress die Strümpfe aufschminken zu lassen, so, als würde man zum Friseur gehen. Die Idee, sich die Strümpfe ganz einfach auf die Beine zu schminken bzw. zu sprühen, gibt es auch heute noch. Heute ist der Grund jedoch ein anderer: Viele Frauen haben eine Abneigung gegen Strümpfe und Strumpfhosen und greifen daher lieber zur Strumpfhose zum aufsprühen. Sie zwickt nicht und lässt sich unter der Dusche einfach wieder abwaschen. Viele interessante Fotografien aus der Zeit der aufgemalten Strumpfnähte und aufgeschminkten Nylons hat das Smithsonian Museum.
 
 
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