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Nylonstrumpf damals und heute
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1946: Der große Ansturm auf die Nylonstrümpfe

Kaum etwas war kurz nach dem zweiten Weltkrieg so heiß begehrt, wie ein Paar echter Nylonstrümpfe.
Kaum etwas war kurz nach dem zweiten Weltkrieg so heiß begehrt, wie ein Paar echter Nylonstrümpfe.
Im Jahr 1946 begann in den USA der große Run auf die ersten Nylonstrümpfe nach dem Krieg. Während des Kriegs wurde das auf dem Markt verfügbar Nylon dazu verwendet, Fallschirme und andere für den Krieg benötigte Materialien herzustellen. Nach Kriegsende war das heiß begehrte Material wieder verfügbar. Die ersten Damenstrümpfe aus Nylon kamen in den Handel und sorgten vor den Kaufhäusern für Hunderte Meter lange Schlangen. Vor fast genau 65 Jahren schrieb das US-Kaufhaus Dayton Co. in einer Zeitungsanzeige "This May Please You, But We're Scared" (Es wird Sie wohl freuen, aber uns macht es Angst). Man bewarb die Nylonstrümpfe, die gerade frisch eingetroffen waren. 60.000 Paar hatte das Kaufhaus über einige Monate in seinem Lager gebunkert. Um einen Massenauflauf zu verhindern, verteilte man die Aktion auf drei Tage, an denen jeweils 20.000 Paar verkauft werden sollten. Damals sollte ein Paar Nylonstrümpfe 1,15 US-Dollar (nach heutiger Währung etwa 13 US-Dollar) kosten. Jede Kundin durfte maximal 2 Paar kaufen. Das Kaufhaus packte in weiser Voraussicht bereits 2er-Pakete zusammen und stellte diese für die Kundinnen bereit. Doch man wurde überrascht.

Blitz-Ausverkauf der Nylons

Tausende Menschen in Minneapolis wollen echte Nylonstrümpfe kaufen. (Foto: © Minneapolis Public Library)
Tausende Menschen in Minneapolis wollen echte Nylonstrümpfe kaufen. (Foto: © Minneapolis Public Library)
Am Morgen des Verkaufs versammelten sich vor den Türen von Dayton Co. Tausende Frauen und Männer. Die Schlange der Wartenden war so lang, dass sie bis in den ersten Stock, durch die Kinder-, Männer- und Gartenabteilung reichte. Bis zu neun Frauen und Männer standen nebeneinander in der Reihe und hatten alle nur ein Ziel: Endlich die begehrten Nylonstrümpfe in der Hand zu halten. Um 9:30 Uhr in der Früh öffnete Dayton Co. die Pforten. Um 10 Uhr hatten die 88 Verkäufer bereits die ersten 1.000 Paar Stümpfe verkauft. Noch vor Mittag waren die ersten 20.000 Paar Nylons ausverkauft. Auch an den zwei anderen Tagen dauerte es nicht länger. Bis Mittags war der größte Teil der Nylonstrümpfe verkauft und es herrschte gähnende Leere in den Regalen des Händlers. Zwischenzeitlich wurde sogar im Friseur-Shop des Kaufhauses ein Notlager für die in Ohnmacht gefallene Frauen eingerichtet. Mindestens eine Frau soll während sie in der Schlange wartete ihr Kind zur Welt gebracht haben. Auch Schlägereien haben sich ereignet. So soll eine Frau laut überlegt haben, ob sie sich in die Reihe stellt, weil sie zuhause schon 15 Paar Nylonstrümpfe habe. Eine andere Frau in der Schlange bekam dies mit und schlug sofort zu. Doch der Menschenauflauf wurde auch scharf kritisiert. So ärgerten sich einige Menschen, dass die Amerikaner für Nylonstrümpfe anstehen während die Menschen in Europa um Nahrungsmittel und Benzin betteln. Weil Dayton Co. auch in den folgenden Tagen von Frauen belagert wurde, die unbedingt Nylonstrümpfe kaufen wollten, schaltete man eine Anzeige in der lediglich stand: "No hosiery will be sold on Saturday" (Kein Strumpfverkauf am Samstag).
 
 
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